Tierischer Besuch, der die Herzen öffnet  

19.05.26, 18:00
Nina Louis
20260428_082806021_iOS

Im Caritas Altenzentrum St. Hubertusstift in Düsseldorf-Unterbilk liegt an diesem Morgen Vorfreude in der Luft. Dann, endlich, ein leises Scharren auf dem Boden, fröhliches Gackern und Bellen. Neugierig blicken die Bewohner:innen zur Eingangstür, denn einmal im Monat steht im Pflegeheim ein ganz besonderer Besuch an: „panuba tiergestützte Aktivitäten" kommt in die Einrichtung. Und dann verwandeln sich die Gemeinschaftsräume plötzlich in einen kleinen Bauernhof – mit Kaninchen, Hunden, Minischweinen, Gänsen und manchmal sogar Alpakas.

Wenn die Tiere einträchtig durch die Gänge des Seniorenheims marschieren, traut mancher Bewohner seinen Augen kaum. Ein Alpaka schnuppert vorsichtig an einer ausgestreckten Hand, eine Gans watschelt gelassen am Rollator vorbei und ein flauschiges Kaninchen macht es sich auf dem Schoß einer Bewohnerin gemütlich. Die Freude darüber ist überall spürbar.

„Schon Tage vorher fragen die Bewohner:innen nach den Tieren“, erzählt Wera Steffens, die Leiterin des Caritas-Altenzentrums St. Hubertus. „Und wenn sie dann da sind, strahlen sie über das ganze Gesicht – und reden anschließend noch tagelang davon. Es ist wunderschön zu sehen, was für eine große Freude ihnen der Besuch bereitet.“

Entstanden ist die Zusammenarbeit mit panuba vor einigen Jahren durch eine Spende. Ein Unterstützer hatte dem Pflegeheim damals einen Besuch der tiergestützten Therapie geschenkt. Die Begeisterung war so groß, dass das Haus beschloss, das Angebot dauerhaft aus eigenen Mitteln weiterzuführen.

Die Tiere leben auf einem Hof in Wegberg, auf dem sie gemeinsam mit vielen anderen Tieren aufwachsen. Von klein auf sind sie an Menschen gewöhnt und lernen den Umgang in der tiergestützten Therapie kennen. „Wir nehmen immer unterschiedliche Tiere mit in die Heime und bleiben maximal anderthalb Stunden“, erklärt Gregor Kryk, Inhaber von „Panuba tiergestützte Intervention“, gelernter Altenpfleger sowie studierter Pflegewissenschaftler und Pädagoge. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Tiere ausreichend Ruhezeiten haben und sich jederzeit wohlfühlen.“

Erinnerungen werden wach

Wie wohltuend die Begegnungen für die Senior:innen sind, zeigt sich in vielen kleinen Momenten. Eine der betagten Bewohnerinnen streichelt versonnen ein Kaninchen und lächelt glücklich. „Sie sind so süß und so schön weich“, schwärmt sie. Ihre Sitznachbarin lacht freudestrahlend : „Ich habe eine Ente auf dem Schoß – das glaubt mir kein Mensch! 

Doch es sind nicht nur die außergewöhnlichen Begegnungen selbst, die den Besuch so besonders machen. Viele Erinnerungen werden wach: an frühere Haustiere, an Bauernhöfe aus der Kindheit oder Spaziergänge mit dem eigenen Hund. Manche Bewohner:innen, die sonst eher still sind, beginnen plötzlich zu erzählen, zu lachen oder vorsichtig die Tiere zu streicheln.

So schenkt der Besuch des Streichelzoos weit mehr als nur einen schönen Nachmittag. Er bringt Wärme, Nähe und lebendige Erinnerungen in den Alltag der Bewohner:innen – und sorgt jedes Mal aufs Neue für strahlende Gesichter im ganzen Haus.