Zahl der obdachlosen Menschen in Düsseldorf steigt weiter an

04.03.26, 11:15
Nina Louis

Die Zahl der obdachlosen Menschen in Düsseldorf, die die Nacht auf der Straße oder in Notunterkünften/Kliniken verbringen müssen, ist auf insgesamt 857 Menschen angestiegen. 2023 waren es 729 Menschen. Das ergab die Nachtzählung der Träger der Wohnungslosenhilfe aXept!, Caritasverband Düsseldorf, Diakonie Düsseldorf, franzfreunde und SKM Düsseldorf, die am 30.10.2025 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft des Amtes für Migration und Integration mit den Trägern durchgeführt wurde.

Von den gezählten Menschen übernachteten 492 Personen auf der Straße sowie 361 in Notschlafstellen. 4 Personen lagen in Kliniken. Damit hat die Zahl der Menschen im Straßenraum um 12,6% und in Notschlafstellen um 50,4% zugenommen.
Diese Ergebnisse erbrachte die Nachtzählung vom 30.10.2025, in der rund 80 Zählende im gesamten Stadtgebiet unterwegs waren, um die Menschen, die auf der Straße übernachten, zu erfassen. Diese Zählung findet nun schon seit Jahrzehnten jedes zweite Jahr statt. Die franzfreunde hatten wie jedes Mal auch im Jahr 2025 die Leitung dieser Zählung.

Die Träger erkennen in dieser Entwicklung in Düsseldorf eine Übereinstimmung mit dem Bundestrend. Ursachen für die Steigerung der Anzahl der gezählten Menschen sehen sie in den vielfach sehr komplexen Problemlagen der Menschen mit Suchtproblematiken und psychiatrischen Auffälligkeiten, der Knappheit an bezahlbarem Wohnraum und häufiger Diskriminierung obdachloser Menschen bei der Wohnungsvermietung. Die große Steigerung der Übernachtungszahlen in den Notschlafstellen zeigt nach Überzeugung der Träger auch, dass die Einrichtungen als wichtige Hilfe von den obdachlosen Menschen akzeptiert werden.

Die Träger fordern eine Aufrechterhaltung der Streetwork im derzeitigen Umfang, damit die Menschen auf der Straße weiterhin einen niedrigschwelligen Zugang zum Hilfesystem erhalten. Die Verstetigung des Tagesaufenthaltes für die Klienten in der Notschlafstelle Graf-Adolf-Straße halten sie ebenso für dringend angezeigt, um die gute Akzeptanz des Angebots der Notschlafstellen zu erhalten.

Die steigende Anzahl von obdachlosen Menschen zeigt auch, dass es an bezahlbarem Wohnraum fehlt. Die Träger fordern die Politik auf, zur Entspannung des Wohnungsmarktes weitere entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Hier gehts zum vollständigen Bericht der Nachzählung. 

Bild: Pixabay/apollo22